Diakonie

Diakonie und Partnerarbeit

„Klingelbeutel & Kollekte“ ... was wird mit dem Geld gemacht, das bei jeder sich bietenden Gelegenheit gesammelt wird?

Wer den Gottesdienst besucht, wird es immer wieder erleben: Der Klingelbeutel geht herum oder am Ausgang wird ein Kollektenopfer erbeten. Auch in Engers ist das so und es hat seinen guten Grund.
Die „reichen“ Kirchen in den westlichen Industrienationen sind moralisch dazu verpflichtet, den „armen“ Schwestern und Brüdern in aller Welt Hilfe zukommen zu lassen. Unter dem Begriff „Diakonie und Partnerarbeit“ ist diese Hilfe im Leben einer Kirchengemeinde ein wichtiger Schwerpunkt und fordert unsere Solidarität mit anderen, denn was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

Wir nennen es „Klingelbeutelprojekt“. Während die Ausgangskollekte in den meisten Fällen für von der Landeskirche unterstützte Arbeit bestimmt ist, legt die Kirchengemeinde Engers den Verwendungszweck der Klingelbeutelkollekte selber fest. Ein mittlerweile leider verstorbenes Gemeindeglied hatte sich vor Jahren für Entwicklungshilfe engagiert und dies auch zu seinem Beruf gemacht. Aufgrund seines Engagements hat das Presbyterium beschlossen, den Klingelbeutel zur Unterstützung von Entwicklungshelfern oder für Projektarbeit in der weltweiten Diakonie zu verwenden.

In der Vergangenheit wurden u.a. ein Berufsausbildungsprojekt in den Slums von Santiago de Chile, ein Brunnenbohrprojekt in der Region Bedogo im Tschad, ein Ökologieprojekt im Urwald von Brasilien unterstützt, ein Umweltprojekt, welches ein neues Dorf für von Tschernobyl verstrahlte erschuf (Heim statt Tschernobyl e.V.) und NAFGEM (Network Against Female GEnital Mutilation), ein Netzwerk, das sich in Tansania gegen die weibliche Genitalverstümmelung einsetzt.

Die Kirchengemeinde kooperierte dabei oft mit Eirene, dem internationalen christlichen Friedensdienst e.V., Engerser Str. 74b, 56564 Neuwied, der ständig finanzielle und moralische Sponsoren für ihre Arbeit in aller Welt sucht.

Inzwischen ist die finanzielle Situation auch bei uns so prekär, dass wir die Klingelbeutelkollekte im Wechsel einsammeln: einmal für unser Projekt in der weltweiten Diakonie, einmal für die Diakonie in unserer eigenen Gemeinde.

Medica mondiale, seit 2007 unser aktuelles Klingelbeutelprojekt, setzt sich vor allem für vom Bürgerkrieg traumatisierte Frauen und Mädchen im Kongo ein. Diese werden dort täglich zu Hunderten mit unvorstellbarer Brutalität von Mitgliedern aller kriegstreibenden Parteien vergewaltigt. „Das Ziel dieser Vergewaltigungen ist schlicht die Zerstörung der Frauen“, so die Geschäftsführerin und Gründerin von medica mondiale, Monika Hauser. Diese hat 2008 den alternativen Friedensnobelpreis für ihre überaus wichtige und effektive Arbeit erhalten. Die systematische Menschenrechtverletzungen treffen Frauen und Mädchen jeden Alters. Niemand bietet diesem Zerstörungsfeldzug Einhalt und die betroffenen sind der Brutalität schutzlos ausgeliefert. Die Vergewaltigungen und Misshandlungen müssen dokumentiert werden und die Regierung des Landes muss den Betroffenen Schutz geben. Die bisherige Straflosigkeit für diese Verbrechen ist das Schlimmste.

In Kooperation mit PAIF (Promotion et appui aux initiatives feminines) arbeitet medica mondiale in der Region Kivu/Kongo. Vorrangige Aufgabe ist die medizinische Versorgung und die psychische Stabilisierung der überlebenden Frauen, die gynäkologische Versorgung, die psychosoziale Beratung und die Unterstützung beim Ausbau von Selbsthilfestrukturen.


Aus Patengemeinde wurde Partnergemeinde

Nicht nur auf internationalem Gebiet ist die Kirchengemeinde Engers tätig. Auch in unserem eigenen Land ist einiges im Argen.

Seit Jahren pflegen wir gute Kontakte zu unserer Partnergemeinde in der ehemaligen DDR. Besuche (zu DDR-Zeiten noch sehr einseitig, inzwischen aber gegenseitig) verbinden die Menschen aus Ost- und Westdeutschland. Schwierig ist es vor allem für die Partnergemeinde in Zieckau, Kreis Luckau. Durch den Mauerfall bedingt wurden auch die kirchlichen Strukturen neu überdacht und der Situation angepasst. Dies bedeutet, dass in vielen Teilen der östlichen BRD Pfarrstellen zusammengelegt wurden, da die Gemeinden zu klein sind. So ist auch das Pfarramt in Gießmannsdorf, das für unsere Partnergemeinde Zieckau zuständig war, vakant. Die Gemeinde selbst besteht aus ca. 80 Gemeindegliedern und die meiste Arbeit lastet auf den Schultern weniger Ehrenamtlicher. Stellvertretend seien hier die Familie Guth und Herr Treder-Schmidt genannt, die sehr rege sind und den jahrelangen Kontakt aufrecht erhalten.

Der Kirchenkreis Wied, welchem unsere Gemeinde angehört, hat einen Partnerkirchenkreis in Übersee, genauer gesagt auf Irian Jaya, dem westlichen Teil von Papua- Neuguinea, welcher zu Indonesien gehört. Dieser Kirchenkreis heißt „Maybrat“ und liegt in einer Gegend, die auf der Landkarte wie der Kopf eines Vogels aussieht, deshalb sprechen wir vom Vogelkopfgebiet. die Kontakte dorthin werden seit einigen Jahren intensiviert, was natürlicherweise durch die Entfernung immens schwerer ist. Aber auch bei dieser Partnerschaft ist es unerlässlich, dass persönliche Kontakte bestehen. Delegationen aus beiden Kirchenkreisen besuchen sich ca. alle 2 Jahre. Die Schwierigkeiten der Menschen in Irian Jaya sind vielschichtig. Neben den wirtschaftlich schlimmen Verhältnissen sind die politischen in den letzten Jahren immer korrupter und unruhiger geworden.

Die Christen im Vogelkopfgebiet sind in der Minderheit und nicht selten harten Repressalien ausgesetzt bis hin zu Verfolgung und Mord. Gerade in diesen Situationen sind gute Kontakte in die sog. erste Welt für die Menschen dort wichtig, denn sie bedeuten eine kleine Chance auf Schutz vor der Willkür der Machthaber.

Kleinvieh macht auch Mist: Unter diesem Motto sammelt die Kirchengemeinde Münzgeld ausländischer Währung. Dieses Geld wird gesammelt, sortiert und ehrenamtlich von einem Mitarbeiter im Landeskirchenamt umgetauscht. Der erzielte Kurs wird gespendet an ein 3. Weltprojekt. Die Sammelbüchse steht in der Sakristei der Kirche.

Wir machen Brockensammlung: In jedem November (genaue Daten & Orte bitte dem Gemeindegruß entnehmen) sammeln wir mit fast allen Kirchengemeinden unserer Landeskirche Altkleider; Kleidung, die neuwertig ist, wird in diakonische Einrichtungen zum Weitertragen weitergereicht; Kleidung, die alt und verschlissen ist wird zu Flickenteppichen oder Putzlumpen verarbeitet.

Sollen wir mal unsere Briefmarkensammlung zeigen? Gestempelte Briefmarken gehen an die Diakonische Einrichtung Bad Kreuznach. Dort sind behinderte Menschen damit beschäftigt, die Briefmarken zu sortieren, auf Vollständigkeit der Zahnung zu prüfen und diese für Sammler im Kleinen & Großen zum Verkauf vorzubereiten. Die Briefmarken sammeln wir im Gemeindebüro (bitte mit Kuvert abgeben).

Schiffe aus Papier „stellen wir auch her“, das bedeutet, dass wir auf Initiative des Jugendtreffs Altpapier sammeln, welches von der Firma Teutloff wiederverwertet wird. Der Papiercontainer befindet sich hinter der Kirche, Clemensstr. in Engers. Damit wollen wir uns aktiv am Umweltschutz beteiligen und einen Beitrag leisten, die Schöpfung zu bewahren. Der Erlös kommt der Jugendarbeit zugute, die damit Boote und Zubehör unterhält und finanziert (bitte nur Papier, Illustrierte, Kataloge,Telefonbücher, jedoch keine Pappe).

Korken für Kork ist eine Sammelaktion für ein Behinderten- und Epilepsiezentrum der Badischen Diakonie in Kork bei Kehl. In diesem Zentrum werden Flaschenkorken und Korkreste recycelt und zu ökologisch hochwertigen Isolier- und Dämmstoffen verarbeitet. Dies schafft Arbeitsplätze und schützt die nur langsam wachsenden Korkeichen.